PICENO UND WEIN
Eine umfangreiche Weinproduktion herausragender Qualität

    Gemäß Verordnung (EG) Nr. 1234/2007 unterstützte Kampagne

DER PICENER WEIN IN DER GESCHICHTE



Die Landwirtschaft im Allgemeinen und die Rebkultur im Besonderen waren bei den Picenern weit verbreitet und gut entwickelt. Experten stimmen dahingehend überein, dass sichere Spuren des Rebbaus und der Weinherstellung ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar sind und dass dieser Beginn der Weingeschichte maßgeblich von griechischen Siedlern und auch Etruskern beeinflusst war.

Dass viel Wein produziert wurde und dieser auch von guter Qualität war, überlieferte der im 2. Jahrhundert v. Chr. lebende griechische Historiker Polybios. Und zwar im Zusammenhang mit den vernichtenden Streifzügen Hannibals durch Italien während des zweiten Punischen Krieges. Der General der Karthager erreichte, nachdem er durch das Land der Umbrer gezogen war, das der Picener und schlug zum ersten Mal seit seiner Ankunft in Italien Lager am Meer auf. So machte er also Halt an der mittleren Adria in der Region der Picener, die "reich an allen Erzeugnissen des Bodens" war:

"Nachdem er das Lager verlegt hatte, weilte Hannibal in der Region an der Adria und heilte die Pferde von der Scabies mit altem Wein in großen Mengen, die ihm zur Verfügung standen. Gleiches tat er für die Soldaten; er heilte die Verwundeten und stärkte die anderen, die so für die kommenden Herausforderungen bereit waren".
(Polybios von Megalopolis, "Historiai", herausgegeben von Giovanni Battista Cardona, Edizioni Scientifiche Italiane, 1968, S. 302).

Ebenfalls zu Zeiten der Römer lobte Plinius der Ältere in seiner "Naturalis historia" die Qualität der Picener Trauben, und den Weinen aus dem Picenum verlieh er das Attribut "vollmundig", das wir später in einem wichtigen Werk der Neuzeit wiederfinden.

Nach Jahrhunderten Geschichte und großen anthropologischen, sozialen und politischen Umwälzungen treffen wir nämlich auf eine für die italienische Önologie maßgebende Figur: Andrea Bacci, Arzt von Papst Sixtus V. (beide stammten aus den Marken).

1596 veröffentlichte Bacci seine Weingeschichte: "De naturali vinorum historia, de vinis Italiae e de conviviis antiquorum Libri VIII". Im Kapitel "In Picenis" zeichnet Bacci ein Profil der "kräftigen" Weine des Picenums und beschreibt die Erzeugung der Region unter Hinweis auf die enge Beziehung zwischen Wein, Traditionen und lokaler Kultur, eine Beziehung, die für die Sensibilität der modernen Önologie grundlegend wurde.

DIE PICENER UND DIE MARKEN

Die Identifizierung der Kultur der Picener mit den Marken der Jetztzeit wird auch durch das Wappen der Region verdeutlicht, das einen stilisierten Specht zeigt. Der Specht (“picus” auf Lateinisch) war einer alten historiografischen Tradition römischen Ursprungs zufolge der Vogel, der als Schutzgeist der rituellen Wanderung ("ver sacrum", heiliger Frühling) einer Gruppe junger Männer aus dem Sabiner Land in Richtung des heutigen Ascoli Piceno galt (Quelle: "Die Picener. Ein Volk Europas", Rom, De Luca, 1999. Katalog der Wanderausstellung).

DIE PICENER UND DIE VOLKSSTÄMME ITALIENS

Der vorrömische, zu den Sabellern zählende Volksstamm der Picener (oder Picenter) hat Generationen von Historikern, Archäologen und Anthropologen fasziniert. Dass diese italische Population bereits in der Urgeschichte an der mittleren Adria präsent war, wird durch zahlreiche Funde belegt, die vor allem in den letzten Jahrzehnten gemacht wurden.

Dennoch liefern die Forscher keine einheitliche Interpretation hinsichtlich der geografischen Grenzen des von den Picenern besiedelten Gebietes. Insbesondere umstritten ist die Frage nach der südlichen Grenze. Einige lateinische und griechische Quellen (Plinius, "Naturalis historia", 3.18.110-122; Strabon,"Geografia", 5.4.2) berichten, dass sich das Gebiet der Picener vom Foglia-Fluss bei Pesaro bis zum Norden der heutigen Abruzzen ausdehnten und im Westen vom Apennin begrenzt wurden.

Die archäologischen Funde allerdings widersprechen diesen Angaben, da sie wesentliche Unterschiede in der materiellen Kultur der Gegenden im Süden und im Norden des Tronto, der gegenwärtigen Grenze zwischen den Marken und den Abruzzen, aufzeigen..

Geschichte und Legenden haben die Anwesenheit einer Reihe von tatsächlichen und auch mutmaßlichen ethnischen Gruppen in den Marken überliefert. Gesichert ist jedoch nur die Besiedelung des Gebiets der heutigen Marken, durch den Volksstamm der Picener ab dem Jahr Tausend vor Christus.

(Quelle: http://www.antiqui.it/piceni/origine.htm )